Informationen zur Verbreitung des Corona-Virus

Dienstag, 24.03.2020

Liebe Patienten,

ganz herzlichen Dank für die hervorragende Mitarbeit, möglichst all Ihre Anliegen auch ohne einen persönlichen Kontakt erledigen zu können! Sie retten damit indirekt Leben, denn dann verläuft die Pandemie langsamer, und somit sind mehr Versorgungsmöglichkeiten im Krankenhaus frei.
Wir haben außerdem unseren geplanten Urlaub vom 14.04. bis 18.04.2020 gestrichen und sind also dann für Sie da.

Sonntag, 22.03.2020

Liebe Patientin, lieber Patient,

die Ausnahmesituation wird länger andauern. Das ist leider auch dem zaghaften Handeln in Deutschland geschuldet: Frankreich lag vor 10 Tagen mit mehr Infektionen vor uns, hat aber durch konsequente Ausgangsbeschränkungen erreicht, dass dort jetzt etwa ein Drittel weniger Fälle vorliegen als bei uns.
Somit ist auch meine Abschätzung des Epidemieverlaufs von letztem Sonntag nichtig. Ich war davon ausgegangen, dass wir es mindestens so gut machen wie die Chinesen und Koreaner – das war ein Trugschluss und sollte uns nachdenklich machen.
Um uns alle bestmöglich zu schützen, möchte ich die Abläufe in der Praxis anpassen, um eine für Sie sichere Versorgung zu gewährleisten.

Das Wichtigste ist die Vermeidung einer persönlichen Vorstellung in der Praxis, daher gilt das Folgende:

Signal und Email nutzen, alternativ Telefon

Alle geeigneten Anfragen sollen per Signal Messenger oder Email erledigt werden. Bitte halten Sie das Telefon für diejenigen der älteren Generation frei, die damit nicht sicher genug umgehen können.

Beratung ohne persönliche Anwesenheit

Fragen zum Blutdruck, zu Blutwerten usw. können auf diesem Wege erledigt werden. Ob eine persönliche Vorstellung dann doch erforderlich ist, klären wir gemeinsam.

Bestellung von Rezepten Überweisungen etc.

Bestellungen von Rezepten, Überweisungen etc. erfolgen auch per Signal, Email oder Telefon bzw. mit Formular vorab. Wir versenden es per Fax und bringen Rezepte persönlich in drei zentral in Wiesbaden-Mitte gelegene Apotheken.

Termine 5 oder 10 min

Um möglichst wenig Menschen zeitgleich in der Praxis zu haben, wird die Notfallsprechstunde mindestens bis Ende April in eine Terminsprechstunde umgewandelt. Die Termine haben Längen von 5 oder 10 Minuten, um Sie nur so kurz wie möglich im „Infektionsbereich Praxis“ zu haben. Bitte melden Sie sich also vorab per Signal, Email oder telefonisch zum Termin an.

Check-up verschieben

Nicht zwingend notwendige Maßnahmen wie Vorsorgeuntersuchungen („Check-up“) werden bis auf Weiteres, mindestens jedoch bis Mai verschoben. 

Desinfektion & Mundschutz

Wenn Sie doch körperlich in der Praxis anwesend sein müssen, dann desinfizieren Sie sich bei Betreten die Hände und legen einen von uns zur Verfügung gestellten Mundschutz an. Einen Sicherheitsabstand von 1,5 - 2 Meter zu anderen Menschen sollten Sie dennoch weiterhin einhalten.


Samstag, 21.03.2020

Übertragungswege von Corona

Das Virus wird hauptsächlich über kleine Tröpfchen der Ausatemluft (vor allem beim Husten und Niesen) direkt von einem Menschen zum anderen übertragen. Ob eine Übertragung über Gegenstände möglich ist, ist noch nicht bekannt (s.a. NIH: Corona on surfaces).
(Quelle: CDC)

Virus loswerden: Hände waschen

Nach Aufenthalt in der Öffentlichkeit waschen Sie Ihre Hände bitte mindestens 20 Sekunden. Vermeiden Sie es, Ihre Augen, Nase und Mund mit ungewaschenen Händen zu berühren.
Von anderen Menschen halten Sie einen Abstand von 1,5-2 Metern, um eine Übertragung von Viren zu vermeiden.

Zuhause bleiben

Verlassen Sie das Haus nur für das Nötigste, also primär zur Besorgung von Lebensmitteln. Wenn Home-Office möglich ist, dann sollte es auch unbedingt genutzt werden. Würden wir alle die nächsten 14 Tage wirklich strikt Zuhause bleiben, dann wäre die Epidemie stark zurückgedrängt oder sogar beendet - so wie in China, möglicherweise auch schon in Korea.

Krank? Zuhause bleiben und sich schonen.

Gerade jetzt ist es entscheidend, konsequent Zuhause zu bleiben, wenn Sie krank sind - unabhängig davon, ob es eine Corona-Infektion ist oder nicht: In diesen Tagen und Wochen sollten Sie so rasch wie möglich wieder gesund werden und ein starkes Immunsystem haben. Tun Sie es bitte für sich, aber auch für andere.

Freitag, 20.03.2020, 06:00 Uhr

Liebe Patientin, lieber Patient,

wir möchten Sie und uns als Praxispersonal maximal gut schützen, sobald wieder ein halbwegs normaler Praxisbetrieb besteht. Hierfür werden zahlreiche Maßnahmen eingeführt. Eine davon soll sein, dass jeder Patient am Eingang von uns einen Mundschutz erhält und in der Praxis tragen muss, und um letzten Punkt es geht mir heute:

Kennen Sie jemanden, der in größeren Mengen Stoff-Mundschutze aus Baumwolle nähen kann, die in unserer Praxis von den Patienten nur einmal verwendet und danach bei 95°C gewaschen werden?

Wenn ja, dann melden Sie sich bitte bei mir, ich kaufe diese auch gerne ab, zumal im Augenblick keine industriell gefertigten Mundschutze lieferbar sind.

Bitte kaufen Sie aber jetzt nicht in Massen Mundschutz oder Desinfektionsmittel - genau deshalb fehlt es ja jetzt in Praxen und Kliniken!

Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung!

Ihr
Hedro Lahdo

Mittwoch, 18.03.2020, 17:00

Bitte ermutigen Sie alle Menschen um sie, so konsequent wie möglich mitzumachen, die Kontakte herunterzufahren.
So können wir Zeit gewinnen: Wir haben die Chance, dass rechtzeitig geeignete Medikamente verfügbar sind, so dass Erkrankte dann wirksam behandelt werden können.
Weltweit werden mindestens sieben Substanzen in Studien untersucht. Die ersten Zahlen sehen wirklich ermutigend aus. Einige von diesen Medikamenten sind bei anderen Erkrankungen schon lange im Einsatz und daher bezüglich Nebenwirkungen gut einzuschätzen.

Die ersten Studien dürften schon im April brauchbare Daten liefern, es liegt also in greifbarer Nähe.

Vielleicht kann das für viele Menschen um Sie eine Motivation sein, sich diszipliniert an die Empfehlungen zu halten.

Schließlich noch eine Bitte: Die Telefonnummer 112 ist freizuhalten für medizinische Notfälle wie Herzschmerzen, Luftnot, Schlaganfall oder schwere Verletzungen. Wenn es um Corona geht, wenden Sie sich bitte an den Hausarzt.

Mittwoch, 18.03.2020, 10:00

Aktuell finden Sie in sozialen, aber auch klassischen Medien reichlich Falschinformationen. Es wird zum Beispiel behauptet, dass bei Einnahme bestimmter Medikamente (ich nenne bewusst keine Namen) die Corona-Infektion schwerer verläuft.
Dafür gibt es keine verlässlichen Belege, und das ist auch in so kurzer Zeit wissenschaftlich gar nicht zu ermitteln.

Ich empfehle daher bei jeder Information aus den genannten Quellen:
- Zunächst grundsätzlich den Wahrheitsgehalt auf die Probe zu stellen.
- Zu überprüfen, aus welcher Quelle die Information stammt.

Sie können sich auch an mich wenden, falls Ihnen eine Information seltsam vorkommt und möglichen gesundheitlichen und gesellschaftlichen Schaden verursachen kann.

Ergänzend hier noch eine Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, die ein entschlossenes Handeln fordert und eine weitere Intensivierung der aktuellen Maßnahmen empfiehlt:
Stellungnahme Deutsche Gesellschaft für Infektiologie

Dienstag, 17.03.2020

Liebe Patientinnen und Patienten,
 
die bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus in Deutschland zeigen nicht die gewünschte Wirkung: Die Anzahl der Infektionen ist in einer Woche auf das Vierfache gestiegen.
 
Jetzt ist eine zügige Anpassung an die Situation entscheidend, wir alle sollten im Kopf den „Hebel umstellen“. Nach Gesprächen mit zwei sehr guten und langjährigen Freunden an den Unikliniken Mainz (Infektionsambulanz) und Frankfurt (Innere Medizin) und Beobachtung der Lage empfehle ich all denjenigen, die Zuhause bleiben können, dies auch für die nächsten zwei Wochen zu tun. Kontakte sollten auf das Minimum reduziert werden, das Haus sollte nur für das Nötigste wie zum Beispiel zum Einkaufen von Lebensmitteln verlassen werden. Somit muss ich die Empfehlungen von Sonntag nun leider doch deutlich verschärfen.


Je älter und je kranker Sie sind, desto strenger sollten Sie in der Vermeidung von Kontakten sein.
Spätestens wenn auch in Deutschland eine Ausgangssperre wie gestern in Frankreich ausgesprochen werden sollte, gilt dies natürlich auch für alle anderen.
 
Die Praxis hingegen bleibt für Notfälle (akute Erkrankungen) auch weiterhin geöffnet, auch im Falle einer Ausgangssperre, sofern dies behördliche Bestimmungen nicht verletzt. Routinebesprechungen, Termine und Besuche aus nicht dringlichen Gründen werden ab sofort bis Ende März nicht mehr stattfinden. Ich hoffe, dass ab April wieder Normalbetrieb möglich ist.
Bis dahin stehe ich Ihnen aber täglich einschließlich Wochenende über Email und Messenger (Signal, Threema, Telegram) für Fragen zur Verfügung.
 
Auch wenn nach wie vor in Deutschland nur wenige schwerste Verläufe der Erkrankung vorkommen („nur“ 17 Todesfälle, auch weiterhin stirbt „nur“ 1 von 500 Infizierten), so sollten wir keine solch ausufernde Situation entstehen lassen, wie sie in Italien vorliegt (27.980 Infizierte, 2158 Tote, Sterberate 1 von 13 Infizierten!). Gerade damit wir alle uns auch weiterhin keine übermäßigen Sorgen machen müssen, sollten wir jetzt konsequent die maximal möglichen Maßnahmen ergreifen, um umso schneller wieder ins normale Leben zurückkehren zu können.
 
Halbgare Lösungen wie Restaurants nur ab 18 Uhr zu schließen halte ich für wenig hilfreich – entweder ganz oder gar nicht. Daher würde ich uns allen empfehlen, es entweder richtig oder gar nicht zu machen, d.h. jetzt auch wirklich die Kontakte und damit Ansteckungsmöglichkeiten deutlich herunterzufahren.
 
Informationen sind in der Situation für uns alle entscheidend. Eine Prognose des weiteren Verlaufs ist wirklich sehr schwierig. Aufgrund der mir vorliegenden Daten, der Ausbreitungsrate sowie der Veränderung dieser Rate in der Zeit schätze ich ganz vorsichtig, dass das Maximum der Viruswelle etwa Ende März liegen wird und die Anzahl der Infizierten bis zu 20.000 liegen kann. Das ist eine grobe Schätzung, die Ihnen zumindest eine gewisse Orientierung geben soll, daher bitte nicht für eine exakte Voraussage halten. Dennoch glaube ich, dass eine grobe Schätzung besser ist, als Sie vollkommen im Ungewissen zu lassen, da ich kaum irgendwo seriöse bzw. offizielle Schätzungen finde, auf die Sie zurückgreifen könnten.
 
Es gilt auch weiterhin, dass angstgesteuertes Verhalten die Situation nur verschlechtert, daher appelliere ich an den gesunden Menschenverstand von jedem von uns: Wir brauchen jetzt drastischere Maßnahmen, aber das Virus zieht auch wieder vorbei, wahrscheinlich (auch nur eine Schätzung) ist im Mai alles wieder vorbei, und ein Impfstoff ist ja in Entwicklung für etwaige künftige Fälle der nächsten Jahre – so wie bei der Grippe.
 
ZU PRAXISBESUCHEN:
Ich empfehle Ihnen, diese auf wirkliche medizinische Notfälle zu beschränken. Am besten ist es, wenn Sie sich immer vorab per Email oder Signal bei mir melden, um zu klären, ob Sie vorbeikommen sollten oder nicht. Dann können wir klären, ob Sie in eine Klinik, in ein Corona-Testzentrum gehen oder zu mir kommen.
 
ZU REZEPTEN:
Wir werden Ihre Rezepte per Fax an Ihre Wunschapotheke übermitteln, daher teilen Sie uns diese bei der Bestellung mit. So vermeiden Sie einen Besuch in der Praxis.
 
Schließlich noch ein psychologischer Hinweis: Sie werden wahrscheinlich viel Zeit Zuhause verbringen. Bitte schauen Sie nicht die ganze Zeit Fernsehen. Ein- oder zweimal am Tag genügen Informationen zum Thema Corona. Das ist schließlich auch nicht die Pest und hilft ja auch nicht weiter, sondern intensiviert nur negative Emotionen.
Mehr Sinn macht es, wenn Sie sich mit gänzlich anderem beschäftigen, um sich nicht in etwas hineinzusteigern. Schauen Sie lieber einen Film oder lesen ein Buch.
 
Im Zweifel schreiben Sie mich an.
 
Herzliche Grüße
Ihr
Hedro Lahdo